Alumni Worldwide: Felix Brömmelhaus

 

FELIX BRÖMMELHAUS

Collège-Jahrgang 2013

Felix Brömmelhaus ist seit 2016 Head of Business Strategy Greater China bei der Festo AG & Co. KG. Er hat als Executive Assistent des CEO von Festo begonnen, nachdem er seine Laufbahn bei der Schuler Group gestartet hat. Er hält ein Doppeldiplom in Wirtschaftsingenieurwesen der RWTH Aachen und der Tsinghua Universität Peking.

Automatisierung im Reich der Mitte

Unser Alumnus Felix Brömmelhaus leitet bei der Festo AG den Bereich Business Strategy China und ist seit zwei Jahren in Shanghai vor Ort. Er hat für den Automatisierungs-Spezialisten eine neue Vertriebsstrategie entwickelt, die besser auf den chinesischen Markt abgestimmt ist. Die Herausforderung ist nicht nur, die Mitarbeiter zu überzeugen. Das Arbeiten und Leben in einer fremden Kultur – außerhalb der persönlichen Komfortzone – ist ebenfalls intensiv.


Sie arbeiten für Festo in Shanghai. Vor welchen Herausforderungen stehen Sie dabei?

China hat sich in den letzten drei Jahrzehnten zur Werkbank der Welt entwickelt, steht aber gerade vor riesigen Herausforderungen. Steigende Gehälter und der anstehende demographische Wandel haben die chinesische Regierung dazu veranlasst, mit der Initiative »Made in China 2025« den Wandel von einer Massenproduktion getriebenen hin zu einer innovationsgetriebenen Industrie anzustoßen. Goldene Zeiten für Unternehmen wie Festo aus dem Bereich der Automatisierung. Festo China ist in den letzten Jahren hauptsächlich mit internationalen Kunden gewachsen. Das Produktportfolio und die Vertriebsorganisation waren nicht optimal auf die Bedürfnisse der chinesischen Kunden ausgerichtet. Deshalb hat das Unternehmen vor zwei Jahren entschieden, die Vertriebsorganisation zu restrukturieren. In diesem Zuge habe ich den Bereich »Business Strategy Greater China« übernommen. Die größte Herausforderung bei einer solch tiefgreifenden Restrukturierung ist es, die Mitarbeiter zu überzeugen und zu motivieren, dass diese Veränderungen notwendig sind, um den Unternehmenserfolg zu sichern. Wir konnten durch offene Kommunikation und verschiedene Maßnahmen einen sehr schnellen Veränderungsprozess anstoßen.

 

Die Kulturen sind sehr unterschiedlich. Was sind die größten Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit?

In der Zusammenarbeit mit chinesischen Kollegen gibt es keine goldene Regel. Viel wichtiger ist es, den Kollegen zuzuhören, die Bedürfnisse zu verstehen und darauf basierend die anstehenden Projekte zu gestalten. Die unterschiedlichen Arbeits-, Kommunikations- und Denkweisen sind aus meiner Sicht auf die gänzlich unterschiedlichen Ausbildungssysteme und Wertegerüste zurückzuführen. Während meines Studiums an der Tsinghua University in Peking habe ich die Erfahrung gemacht: Das chinesische Ausbildungssystem legt in der Regel keinen sehr großen Fokus auf lösungsorientiertes Lernen, was später in der professionellen Zusammenarbeit zu unterschiedlichen Auffassungen führt. Darüber hinaus werden deutsche Werte, wie beispielsweise Gründlichkeit und Pünktlichkeit, oftmals anders interpretiert. Das habe ich aber auch bereits während meiner Zeit mit den anderen Nationen am Collège des Ingénieurs erleben dürfen.

 

Was hat Sie in China überrascht?

Aufgrund der Tatsache, dass ich bereits ein Jahr in Peking studiert habe, hatte ich keinen großen Kulturschock. Aber: Wenn man morgens mit der Metro in der 25-Milionen-Metropole Shanghai unterwegs ist und den Puls dieser Stadt am eignen Leib spürt, überwältigen die Dimensionen und die Geschwindigkeit in China immer wieder.

Felix Brömmelhaus mit Kollegen bei der Annual Dinner Party in Shanghai.

Wie war die Entscheidung, ins Ausland zu gehen?

Wir leben mittlerweile in einer globalisierten Welt, in der die Grenzen zwischen »In- und Ausland« immer mehr verschwinden. Für mich war es keine große Entscheidung, bei der ich unterschiedliche Pros und Contras abgewogen habe. Ich möchte Dinge in einem globalen Umfeld gestalten. Die Möglichkeit, den Bereich Business Strategy bei Festo in China zu übernehmen, hat mir genau das geboten. Natürlich muss man auch immer sein privates Umfeld betrachten und gemeinsam eine Lösung finden. Wenn man einen solchen Schritt offen und flexibel gestaltet, profitiert auch die Freundin oder die Familie.

Management Team Building auf dem Fuxian-See bei Kunming.

Wie sehen Ihre nächsten Jahre aus?

Ich werde ab Juli in Singapur die Vertriebsverantwortung für den Bereich Electronics and Assembly im Cluster South East Asia übernehmen. Besonders in den Ländern Thailand, Malaysia und Vietnam sehen wir sehr große Wachstumspotentiale. Hier gilt es, die Marktpotentiale zu identifizieren, einen Business Plan zu entwickeln und die Vertriebsorganisation neu auszurichten. Ich freue mich sehr darauf.

 

Was sind für Sie im Rückblick die größten Benefits des Collège für Ihre berufliche Laufbahn?

Das College war für mich ein sehr wichtiger Baustein für meine persönliche und berufliche Entwicklung. Die intensiven Diskussionen mit Kommilitonen, Professoren, Gästen und Alumni haben mir geholfen, mich optimal auf den Berufseinstieg vorzubereiten. Besonders das interkulturelle Umfeld des Collège war eine gute Vorbereitung auf die Herausforderungen im Reich der Mitte.

 

Welche Themen würden Sie jungen Absolventen als zukunftsrelevant nennen?

Nach zwei Jahren in China kann ich jedem Absoventen empfehlen, seine Komfortzone zu verlassen und sich einer Herausforderung im Ausland zu stellen. Bei Geschäftsreisen kratzt man oft nur an der Oberfläche.

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